Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) informierte sich in Fulda über die Arbeit der Sucht- und Drogenberatungen von Caritas und Diakonie. Im Adam – Krafft –Haus konnten Diakoniegeschäftsführer Pfarrer Burkhard Enners und der Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa e.V. Winfried Möller zudem die FDP Mitglieder Jürgen Lenders Landtagsabgeordneter und wirtschaftspolitischer Sprecher, Mario Klotsche, Kreistag Fulda, Sibylle Herbert, Ortsverbandsvorsitzende Fulda und Jörn Hagemann, FDP – Wahlkreisbüro sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Annette Trapp, Lothar Kuhn, Harald Hausser, Ernst Ulrich Neumann (alle Diakonie) und Maria Spies, Susanne Saradj, Michael Schütte, Burkhard Klug (alle caritas9 begrüßen.
Pfarrer Burkhard Enners (Diakonie) (3.v.l.), Jörn Hagemann, (2.v.r.) sowie Burkhard Klug,
Susanne Saradj, Michael Schütte und Harald Hausser
Frau Mechthild Dyckmans dankte beiden Kirchen dafür, dass sie ihr Engagement in der Sucht- und Drogenberatung trotz vielfältiger Aufgaben und Kürzungen im sozialen Bereich „nicht zurückfahren“. Immerhin finanzieren Caritas und Diakonie trotz der Zuwendungen von Stadt und Landkreis Fulda ihre Arbeit zu etwa 60 Prozent aus Eigenmitteln (zusammen ca. 370.000 Euro pro Jahr).
Die Fuldaer Sucht- und Drogenberater gaben der Beauftragten der Bundesregierung einen Überblick über die differenzierte Arbeit der kirchlichen Fachstellen. Neben der allgemeinen Fachberatung, der ambulanten medizinischen Rehabilitation, der Vermittlung in stationäre Therapie und der Beseitigung von Vermittlungshemmnissen im Rahmen von Hartz 4, kamen auch das HaLT-Projekt (Diakonie), die Glücksspielsuchtberatung (Caritas/Diakonie), der Arbeitskreis Sucht in der Arbeitswelt und die neue Tagesstruktur der Caritas für mehrfachgeschädigte suchtabhängige Menschen in Stadt und Landkreis Fulda (CMA - Projekt) sowie das Betreute Wohnen für Abhängigkeitserkrankte (Caritas) zur Sprache.
Drängende Probleme: Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und Medikamentenabhängigkeit
Besonders das unkontrollierte Alkoholtrinkverhalten von Jugendlichen und das sinkende Alter der Betroffenen seien problematisch, so die Drogenbeauftragte. Man müsse sich mit der Frage befassen, warum Jugendliche und junge Erwachsene exzessive Trinkformen wie Komasaufen bzw. Binch Drinking probieren. Erneut wurde die Vorbildfunktion der Eltern hervorgehoben, auch bezüglich des Umgangs mit Alkohol. Intakte Familienstrukturen sind die wichtigste Plattform für Erziehung und Entwicklung junger Menschen.
In diesem Zusammenhang verwies Harald Hausser, Leiter der Fachstelle für Sucht der Diakonie, auf das erfolgreiche gemeinsame Präventionsprojekt mit der Caritas in Fulda. Ein Schritt in die richtige Richtung sei auch das Projekt „Saftwerk“ (Caritas, Diakonie, Stadt- und Landkreis Fulda), ein mobiler Ausschank für alkoholfreie Cocktails, der bei Veranstaltungen angemietet werden kann.
Ein weiteres Gesprächsthema war der Missbrauch und die Abhängigkeit von Medikamenten, was zumeist im Verborgenen abläuft. Besonders betroffen sind hier Frauen und ältere Menschen, die sich häufig aufgrund von Einsamkeit in Abhängigkeit und Sucht begeben. Das Diakonische Werk bietet u. a. älteren Menschen und Alleinerziehenden die Möglichkeit in einer Vormittagsgruppe eine ambulante Therapie durchzuführen und so ihrer Abhängigkeit entgegen zu wirken.
Am Ende ihres zweistündigen Informationsbesuches dankte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung den beiden kirchlichen Trägern und ihren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Suchtprävention und der Fachberatung für ihren unverzichtbaren gesellschaftspolitischen Einsatz. Man möge sich auch durch bürokratische Widrigkeiten nicht unterkriegen lassen.
Bester ökumenischer Geist
Diakoniegeschäftsführer Pfarrer Burkard Enners dankte Mechthild Dyckmans, auch im Namen der Kollegen, für den Besuch und die motivierenden Worte. „Wir sind in Fulda in der Tat stolz auf den Schulterschluss der beiden kirchlichen Sozialdienste. Durch die enge Verzahnung der Angebote von Caritas und Diakonischem Werk erzielen wir Synergieeffekte, die den Betroffenen zugute kommen.“