Seit vielen Jahren unterstützt die katholische Gehörlosengemeinschaft St. Bonifatius eine Gehörlosen-Schule in der Demokratischen Republik Kongo in Beno. Es wurde dafür neu ein Faltblatt mit Informationen gestaltet und beim Treffen am 08. September im Priesterseminar Fulda vorgestellt.
vorn sitzend: Diözesan- Gehörlosenseelsorger Msgr. Frhr. Michael von Lüninck.
Der 27 jährige Priesteramtskandidat Sébastien Ngoy Banjika aus der Demokratischen Republik Kongo informierte dabei die Gehörlosen über seine Heimat. Caritas-Sozialarbeiter Werner Althaus dolmetsche die Ausführungen und Fragen der Zuseher in Gebärdensprache.
Sébastien kommt aus dem Süden des Landes, in dem ein fast normales Leben möglich ist. Im Osten dieses großen Landes (insgesamt 2,3 Millionen Quadratkilometer und annähernd 80 Millionen Einwohner) herrschen immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. Dort ist viel zerstört und das Sozialsystem zählt zu den schlechtesten auf der Welt. Es gibt kaum feste Arbeitsverhältnisse. Staatsbedienstete bekommen kein oder nur sehr unregelmäßiges Gehalt. Soziale Dienste werden vor allem von der katholischen Kirche (ihr gehören etwa 50 % der Gesamtbevölkerung an) betrieben, die in der Bevölkerung ein hohes Ansehen hat. Ebenso ist die medizinische Lage sehr schlecht. Auf dem Land haben knapp 30 % und in den Städten 80 % der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser.
Die Gehörlosen haben viele Fragen gestellt, z.B. wie die Menschen dort wohnen, wie die Temperaturen sind und ob es viele wilde Tiere gibt, die Sébastien geduldig beantwortet hat.
Die Schulbildung vom 6. bis 12. Lebensjahr ist gesetzlich vorgeschrieben, aber in Wirklichkeit kann dies kaum eingehalten werden. Denn die Lehrer werden nicht oder nur unzureichend vom Staat bezahlt und die Eltern müssen Schulgeld bezahlen. Das kann sich kaum noch ein Bewohner des Landes leisten. Vor dem dritten Kongo-Krieg gingen 70% der Kinder zur Schule, heute sind es kaum noch 40 % (wobei es einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt). Daraus ergibt sich, dass die Situation von Gehörlosen noch viel schlechter ist.
Die Gehörlosen-Schule in Beno (Provinz Bandundu im Westen des Landes) wurde mehrfach zerstört, trotzdem bleibt die feste Verbundenheit des katholischen Gehörlosenvereins Fulda, um immer wieder den Aufbau und den Betrieb der Schule, an der auch Lehrer für Gehörlose ausgebildet werden, zu unterstützen.